Gesundheitsmarke schafft klare Regeln für EmpCo-konforme Nachhaltigkeitskommunikation
Sustainable Claims Audit für einen Hersteller von Gesundheits- und Körperpflegemitteln
Herausforderung / Ansatz
Der Hersteller von Gesundheits- und Körperpflegemitteln kommuniziert Nachhaltigkeit seit Jahren über verschiedene Kanäle. Mit der EU-Richtlinie 2024/825, der Empowering Consumers Directive (EmpCo), steigen die Anforderungen: Nachhaltigkeitsaussagen müssen künftig spezifisch, belegbar und vollständig sein. Für das Unternehmen wurde damit aus einer etablierten Markenstärke eine Prüfaufgabe mit rechtlichem und reputativem Risiko.
Die zentrale Frage lautete: Wie lässt sich ein umfangreiches Portfolio aus Websites, Social-Media-Inhalten und weiteren Content-Formaten systematisch auf EmpCo-Konformität prüfen – und wie können interne Teams sowie externe Content-Partner künftig eigenständig nach einem einheitlichen Standard arbeiten?
Klenk & Hoursch verband dafür regulatorisches Verständnis mit kommunikationsfachlicher Bewertung. Die Leitidee: verstehen, prüfen, handeln. Statt einzelne Claims isoliert zu bewerten, sollte eine belastbare Handlungslogik entstehen, die Risiken priorisiert und im Kommunikationsalltag anwendbar ist.
Umsetzung
Klenk & Hoursch setzte das Projekt in drei miteinander verbundenen Bausteinen um.
1. Verstehen: EmpCo-Guideline entwickeln
Eine praxisorientierte Guideline übersetzt die Anforderungen der EmpCo in konkrete Regeln für das Kommunikationsteam. Sie erläutert Verifikations- und Offenlegungspflichten, ordnet Nachhaltigkeitssiegel ein und zeigt, welche gesetzlichen Anforderungen bei der Erstellung und Prüfung von Inhalten zu beachten sind. So entstand ein gemeinsames Verständnis davon, welche Aussagen belegt werden müssen und bei welchen Formulierungen besondere Vorsicht geboten ist.
2. Prüfen: Social-Media-Assets analysieren
Klenk & Hoursch prüfte Social-Media-Assets aus dem zweiten Quartal 2026 – darunter Video, Bild, Text und Voice-over. Die Analyse berücksichtigte auch Fragen des Bestandsschutzes und entwickelte einen risikoorientierten Prüfansatz für künftige Inhalte. Die daraus abgeleiteten Optimierungsvorschläge konnten direkt in die Asset-Erstellung einfließen.
3. Handeln: Website-Claims skalierbar bewerten
Für die Website entwickelte Klenk & Hoursch einen eigenen Tracker, der eine große Zahl von URLs systematisch auf Nachhaltigkeitsclaims untersuchte, Fundstellen kontextuell einordnete und nach Risikokategorien clustere. Ein KI-gestützter Assistent verortete die Claims im EmpCo-Text, im deutschen Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und in einschlägiger Rechtsprechung. Jede Einstufung wurde nachvollziehbar begründet. KI erhöhte dabei Geschwindigkeit und Vollständigkeit; die abschließende Bewertung und Priorisierung erfolgte gemeinsam durch die Berater:innen und das Kommunikationsteam des Unternehmens.
