Wimpernschlag

Es geht um einen Wimpernschlag. Den einfachen, wiewohl wunderbaren Wimpernschlag. Wir alle klimpern rund 180 Mal pro wacher Stunde. Es ist das Normalste der Welt. Mühelos, ganz nebenbei und zwischendrin. Aber manche blinzeln schöner als andere. Audrey Hepburn zum Beispiel in Frühstück bei Tiffany. Britney Spears für manche und die Maischberger für mich. Das ist schön und deshalb macht es neidisch. Und an Kajal-Neid und Mascara-Missgunst lässt sich trefflich verdienen. Vorausgesetzt, man schürt ein wenig und fabuliert über die sagenhafte Wirkung von Kohle und Tusche. So wie es Helena Rubinstein und ganz viele andere „Beauty Companies“ tun. Aber ich beiße mich an Helena fest. Schon, weil die Online-Ausgabe des Standard kürzlich (02.09.05) schrieb: „Mit der Wimperntusche war man bei Helena Rubinstein immer schon per Du.“ Und dergestalt vertraut mit der Materie, schwurbelt sich „HR“ (für die, die per Du mit ihr sind) Texte über Augenschminke zu Recht, dass einem der Blick verschwimmt. Auf der Packung von „Lash Queen Mascara“ zum Beispiel: Die „patentierte, geschwungene“ Farbbürste sorgt nicht einfach nur für „prunkvolle Schönheit für Ihre Augen“. Nein, sie „kombiniert geistreich Volumen und Verlängerung für einen majestätischen Blick“. „Die luxuriöse Textur kleidet Ihre Wimpern ein in raffinierte Eleganz.“ Wie das?, fragen wir uns und finden die Antwort auf der Website: Mittels Fur Coating Complex! Da werden „Wimpern, so geschmeidig und edel wie ein kostbarer Pelz“. So dick kann man auftragen. Pelzgegner, wo seid ihr, wenn man euch braucht?!

Canta, canta pipituni, ca scupetta è preparata.

Erschienen im pressesprecher 2006.


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