Quellende Leiber

Zum Glück ist der Sommer vorbei! Im Winter bleiben einem ja die größten Hässlichkeiten verborgen: Quellende Leiber in zu engen Laibchen. Hüfthosen an Hüftlosen. Strings, die verschwinden, wo wenige wirklich hin wollen. Arschgeweihe, die auf Wellfleisch wuchern. Badehosen bis zur Achselhöhle. Alberne Kindershirts an 40jährigen. Warum nur, warum sagt es ihnen niemand? Ich tu´s. Jetzt. Endlich. Und ja, ich bin ein Spießer. Ja, für mich hat Toleranz dort eine Grenze, wo Geschmacklosigkeit anfängt. Und nein, für mich ist diese Grenze keine Geschmacksache. Also, jetzt endlich, ich für alle bevor der nächste Sommer kommt: Gurken gehören ins Fass, Schwemmwampen nicht ans Tageslicht! Zugetackert bis zur Braue? Kein Zeichen für Hirn unterm Haaransatz! Testikel kneifende, Schamlippen lähmende Jeans? Warm und feucht ist es auch in der Mülltonne – und dort gehören die hin. Alle Tätowierungen werden widerlich, weil, ja, auch deine Haut erschlafft. Cellulite ist nicht immer tragisch, aber immer hässlich. Kleine Brüste bleiben schöner als aufgeblasene Ballons es je waren. Toupets waren, sind und bleiben Schandflicken. Leopardenbodies – die Netzhemden der alternden Sonnenbankbroiler. Der Beckham-Gockelkamm – Vokuhila für noch Dümmere. Ohrgehänge an nur einem Ohr, dafür aber asymetrisch geschnittene Henna-Haare? Selbst die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat mittlerweile neue Mitgliederausweise. Beine wie Käs am Stück? Parmesanferse? Achselnässe? Mundgeruch? Rotzend, kratzend, schlecht rasiert? Man darf so sein. Doch die meisten wären es nicht, wenn öfter mal einer so widerlich wäre und sagte, wie´s ist: so grässlich hässlich.

Canta, canta pipituni, ca scupetta è preparata.


  Home | Kontakt | Impressum | transparenz.net | echtzeitschrift.net