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Was ist ein BarCamp?

von Frank Hamm

Für Social Media Spezialisten ein alter Hut, für viele Unternehmen noch Neuland.

BarCamp Darmstadt
BarCamp Darmstadt 2010 (Frank Hamm, CC BY 3.0 DE)

Neben klassischen Konfe­renzen sind in unserem Veranstaltung­skalender einige »BarCamps« enthalten. BarCamps entstanden in der Ära des Web 2.0, als Enthusiasten sich abseits der gängigen Pfade vernetzen und austauschen wollten. Inzwischen haben sich BarCamps als eine alternative Veranstaltungsform etabliert. Zunächst erhalten Sie einen Einblick in diese Form der Veranstaltung. In einem weiteren Beitrag erfahren Sie, welchen Nutzen BarCamps für Ihr Unternehmen bieten.

Ein Barcamp (häufig auch: BarCamp, Unkonferenz, Ad-hoc-Nicht-Konferenz) ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teil­nehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden. Barcamps dienen dem inhalt­lichen Austausch und der Diskussion, können teil­weise aber auch bereits am Ende der Veranstal­tung konkrete Ergeb­nisse vorweisen (z.B. bei gemein­samen Programmier­workshops).

( Seite »Barcamp«. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungs­stand: 24. März 2013, 14:09 UTC. (Abgerufen: 26. März 2013, 16:01 UTC) )

Im Gegensatz zu klassischen Konferenzen haben BarCamps einige Beson­der­heiten:

  • Es gibt allgemeine BarCamps (die heißen dann auch BarCamp) oder Themen­camps (die haben anstelle des »Bar« ein Themen­präfix wie »Edu« für Education: EduCamp).
  • BarCamps finden meistens an einem Wochen­ende statt.
  • BarCamps benutzen unter­schiedliche Platt­formen für die Orga­nisation vor, während und nach der Veran­staltung. In Deutsch­land ist dafür Mixxt sehr beliebt, manche BarCamps greifen auf Wordpress zurück, andere BarCamps benutzen eigene Lösungen.
  • Die Ankün­digung eines BarCamps findet in Blogs, auf Twitter und Sozialen Netz­werken sowie der jeweiligen Platt­form statt.
  • Neben dem allge­meinen Hashtag #BarCamp auf Twitter verwenden die BarCamps (und auch andere Veran­staltungen) ein spezielles Hashtag für ihre Veranstal­tung. Infor­mationen dazu gibt es bei Brand­watch: 7 Tipps für Hashtags bei Veran­staltungen.
  • Die Registrierung wird einige Tage vorher im Social Web angekündigt und zu einer bestimmten Uhrzeit geöffnet. Beliebte BarCamps können, auch mit ein zwei oder drei Hundert Plätzen, innerhalb weniger Minuten ausgebucht sein. Einige BarCamps erweitern die Platz­anzahl nach­träglich, deswegen ist es empfehlens­wert, sich auch für die Warte­liste zu registrieren.
  • Die Session­planung wird beim Erstellen auf einer Tafel mit Zetteln auf­getragen. Manche Veranstaltungen legen die Sessionplanung zusätzlich online im TimeTabler ab.
  • Eine Session kann in unter­schiedlichen Formen stattfinden: Präsen­tation, Vortrag, Diskussion. Sie als Teil­nehmer können auch ein Problem beschreiben und um Hilfe­stellung bei der Lösung bitten.
  • Jeder macht mit. In der Vorbe­reitung, beim Aufräumen zwischen­durch oder mit einer eigenen Session.
  • Jeder trägt lockere und bequeme Kleidung (beispielsweise Jeans, T-Shirts).
  • Auf BarCamps wird geduzt.
  • Am ersten Tage gibt es ein Abend­event, das am Veran­staltungs­ort oder in der Nähe statt­finden kann. Ebenfalls beliebt sind Treffen am Abend vor dem ersten Tag, um sich in zwang­loser Runde kennen zu lernen.
  • Die Bericht­erstattung vor, während und nach der Veranstal­tung findet in Blogs, in Sozialen Netz­werken und besonders rege auf Twitter statt.

Hinweise von Monika Meurer auf Facebook:

  • BarCamps sind grundsätzlich kostenlos. Ermöglicht wird dies durch Sponsoren.
  • In Österreich werden die BarCamps über Wikis organisiert.
  • Auf BarCamps wird viel fotografiert und auch nach außen kommuniziert (beispielsweise auf Twitter). Dabei werden auch Fotos von Personen online gestellt.

Anmerkung von mir:

  • Manche BarCamps in Deutschland verlangen eine geringe Teilnahmegebühr (z.B. 29 Euro).
  • Organisationen sponsorn ein Camp finanziell, materiell oder durch Dienst­leistungen. Beispiele: Der Sponsor übernimmt das Catering oder stellt den Veranstaltungsort zur Verfügung.
  • Im Gegenzug erhalten die Sponsoren Raum für Werbung (z.B. Logo). Oft werden die Räume nach den Sponsoren benannt.

Typischer Start am ersten Tag:

  • Gemeinsames Frühstück.
  • Vorstellungs­runde mit Namen und drei Schlag­worten (»Frank Hamm, Public Relations, Enterprise 2.0, Social Media«).
  • Session-Vorschläge (Thema und kurze Beschreibung), Abstimmung und Ablauf­plan durch Hand­zeichen (»50 Teilnehmer? Dann um 14:00 Uhr in Raum A«, »Zwei Teilnehmer nur? Dann trefft Euch bitte zwischen­durch in der Pause«).
  • Danach folgen die Sessions mit Kurzpausen und Mittagspause.

Sessionplan Lifeworkcamp 2012Session­plan Lifework­camp 2012 (Frank Hamm, CC BY 3.0 DE)

Bereits 2007 hat Franz Patzig in einem Artikel Herkunft, Orga­nisation, Ablauf und Regeln beschrieben: »Was ist eigentlich ein BarCamp?«. Jan Theofel ist Orga­nisator unter anderem des BarCamps Stuttgart und verantwortlich für die Website BarCamp-Liste. Im vergangenen Jahr hat Theofel das Konzept des BarCamps in einem kleinen Video erläutert: Was ist ein Barcamp? Einfach erklärt!

Weitere Hinweise zur Veranstaltungsform erhalten Sie auf der Seite des Lifeworkcamps. Eine Übersicht auch zu internationalen BarCamps finden Sie auf Barcamp.org, und das Magazin t3n erstellt jedes Jahr eine BarCamp-Übersicht für Deutschland, Österreich und Schweiz.

  • Waren Sie bereits auf einem BarCamp (auf welchem?)? Was fehlt auf der Liste?
  • Oder waren Sie noch nie auf einem BarCamp? Was möchten Sie noch dazu erfahren?

 

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