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#smak13: Von Pufferknutschern und pre-conference Engagement

von Karin Junggeburth

Vor einigen Wochen hat mein Kollege Daniel J. Hanke die Social Media Anwender­konferenz in Köln angepriesen. Vor einigen Tagen war ich dort, um zu hören, wie die Adobes, Fraports und Media-Saturns dieser Welt im Social Web agieren. Es hat sich definitiv gelohnt: Viele spannende Erkenntnisse aus der Unter­nehmens­praxis gepaart mit hoch­frequentem Wissens- und Kontakt­austausch. Und zwar online wie offline.

Von alleine und ohne Hashtag passiert: nichts

Tatsächlich passiert bei einer solchen Veran­staltung nichts von selbst. Im Gegen­teil, es gibt eine Menge zu tun. Während der Veran­staltung geht es online #Hashtag und offline #Networking zu Sache, aber auch die Vor- und Nach­bereitung ist nicht zu unter­schätzen. Aus meinen Erfahrungen habe ich eine »Check­liste für den perfekten Konferenz­besuch« erstellt. Zunächst aber die inhalt­lichen High­lights der #smak13.

»Socially Devoted« – Wenn Social Media in der Unter­nehmens­strategie ankommt

Den Auftakt in der dies­jährigen Vortrags­reihe machten die beiden deutschen Transport­unter­nehmen Fraport und DB Bahn. Die beiden Leiterinnen des Social Media Managements Yasmin Tuncay (Fraport) und Svea Raßmuss (DB Bahn) verdeut­lichten, dass Social Media für Unter­nehmen mehr als nur Spielerei ist. Beide Unter­nehmen haben das Wert­schöpfungs­potential aus dieser mittler­weile etablierten Form der Kommuni­kation erkannt.

#smak13 Fraport

Fraport: LBS-Ansatz mit #FRAmoments Kampagne

Die Fraport AG setzt in ihrer Strategie weniger auf harte Zahlen wie Likes oder Follower. Dafür umso mehr auf (Pro-)Aktivität bei ihren Social Media Anhängern, aber auch in ihren Tätig­keiten selbst. Letzteres zeigt sich vor allem im Location Based Service Ansatz einer Twitter-Kampagne des Unter­nehmens: Sobald vom Flug­hafen aus ein Tweet mit der Flug­nummer und dem Hashtag #FRAmoments gesendet wird, versuchen Mitarbeiter des Social Media Teams den twitternden Flug­gast noch vor dem Gate abzufangen, um ihn mit einem Give-away zu über­raschen. Erst­klassige Aktion mit Vorbild­charakter!

DB Bahn: Channel follows Content

Nach dem Motto »Channel follows Content« steht bei der DB Bahn Story­telling strategisch im Vordergrund. Die Bahn nutzt unter­schied­liche Social Media Kanäle, jeweils abgestimmt auf spezifische Kunden­bedürfnisse. So läuft beispiels­weise auf Twitter ein Dialogkanal auf dem alle anliegenden Kunden­fragen beantwortet werden, sowie ein Infokanal, der über die aktuelle Verkehrs­lage und Angebote berichtet.

Bei all dieser flächen­deckenden Präsenz der DB im Social Web darf zu Recht die Frage gestellt werden, wie das bewerk­stelligt wird. Zumal sich die Bahn mit nicht wenigen unzufriedenen Kunden auseinander­setzen muss. Laut Svea Raßmuss ist der Schlüssel zum Erfolg die Kommuni­kations­kompetenz der Mitarbeiter des Social Media Teams. Mittlerweile legendär: der »Abschiedsbrief von Franzi«. Auch schön: Der Begriff »Puffer­knutscher«, mit dem das Team besonders aktive Fans adelt…

Adobe: Zwischen intrinsischer Motivation und bezahlter Reich­weite

»Stay tuned, segment your ads, think mobile first«, das waren die wesent­lichen Tipps von Adobe Account Manager Tim Heicks. Seine Erfahrung: Dialogen ist nicht alles. Auch bezahlte Anzeigen stellen ein gewinn­bringendes und in der PR selten ausgeschöpftes Potenzial dar. Das gilt besonders für den Mobile Bereich, der zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Tim Heicks bot einen gelungenen Über­blick über die kommenden Neuerungen der Facebook Ad-Formate und die Möglich­keiten im Bereich Customer Segmentation & Targeting auf Facebook. Was definitiv klar wurde: Die Reich­weite von Facebook Werbung ist inzwischen nicht mehr weit entfernt von den Zahlen, die Fernseh­werbung liefert.

#smak13 Media-Saturn

Media-Saturn: Feste am Engagement-Rad drehen

»Bin ich 1. Killer, 2. Achiever, 3. Socializer oder 4. Explorer?«, fragte sich wohl jeder im Hör­saal, als Christian Stephan von Media-Saturn diese vier Spielertypen nach Bartle vorstellte. Gamification war das Thema und Stephan verdeut­lichte, dass das spielerische Drehen am Engagement-Rad Kunden zu ungeahnten Leistungen anspornen kann. Und Mitarbeiter sowieso.

Genau in diesen Leistungen stecken Sinn und Chance von Gamification für Unter­nehmen. Irres Beispiel: Wenn Wikipedia ein Spiel wäre, bei dem die vorhandenen 30 Millionen Artikel in 280 verschiedenen Sprachen neu geschrieben werden müssten, hätten Angry Birds Spieler diese Herkules­aufgabe in nur drei Wochen erfüllt.

Fazit: Social Media ist Gegen­wart – die Zeit der Pioniere ist vorbei

Kompetent moderiert von Daniel Backhaus bot die von Infospeed veranstaltete #smak13 einen umfassenden und praxis­nahen Einblick in den Status Quo von Social Media. Trotz der unter­schied­lichen Ansätze wurde bei allen Referenten deut­lich: Social Media dient der Wert­schöpfung und erobert mittler­weile ihren Platz in der Unter­nehmens­strategie. Das nicht zuletzt, weil die Zeiten des passiven Konsums längst überholt sind. Kunden fordern, Kunden bewerten, Kunden wollen ernst genommen werden.

 

Checkliste: Social Media Konferenzen erfolgreich meistern

1) Schreiben Sie noch oder tippen Sie schon? Nehmen Sie aktiv am Geschehen der Konferenz teil!

Nein, Stift und Papier sind nicht aus der Mode gekommen. Über die Veran­staltung in Echt­zeit zu twittern, bloggen und facebooken gehört jedoch zum guten Ton. Vergessen Sie also nicht, sich mit der dafür notwendigen Technik (Lade­geräte, mobile Akkus, Kamera, UMTS-Stick, Mehr­fach­steck­dose) auszustatten.

2) Heute schon wegen morgen twittern. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit für das pre-conference Engagement!

Netzwerken ist ein wichtiger und gewinn­bringender Bestand­teil von Konferenzen. Die üblichen Social Media Kanäle, allen voran Twitter, helfen dabei, sich im Vor­feld über die Veran­staltung auszu­tauschen und aus der kostbaren Pausen­zeit vor Ort möglichst viel heraus­zuholen.

3) Mittendrin, statt nur dabei. Verfolgen Sie Teilnehmer­stimmen im Livestream!

Informieren Sie sich über den #Hashtag, unter dem die Veran­staltung auf Twitter zu finden ist. Suchen Sie auf Twitter alle Nutzer, die unter dem Konferenz-Hashtag Twittern und fügen Sie diese in einer Liste als Follower hinzu. So stellen Sie sicher, dass Sie nichts verpassen, was in der virtuellen Echt­zeitver­längerung der Veran­staltung passiert. Und niemanden, zu dem Sie im Nach­hinein Kontakt halten wollen.

4) So geht Kaffee­klatsch heute. Bleiben Sie auch nach dem Networken in Erinnerung!

Suchen Sie vor und während der Konferenz nach Kontakten, deren Arbeit und Wissen für Sie lang­fristig inspirierend sein können. Arbeiten Sie die neuen Kontakte nach, egal, ob sie online oder offline entstanden. Und egal, ob in Xing oder LinkedIn oder Instagram oder Facebook oder wasauchimmer. Aller Digitalisierung zum Trotz: Visiten­karten gehen auch immer noch. Zumindest besser als Poken.

5) Wer bloggt, rockt. Vertiefen und verinner­lichen Sie Ihre neuen Gedanken, Erkenntnisse und Eindrücke!

Um das Gelernte zu festigen und gegebenen­falls Erkenntnisse aus mehreren Veran­staltungen zusammen­zuführen, sollten Sie Ihre Aufzeich­nungen zur Konferenz in einem abschließenden Bericht ordnen. Beliebtes Medium hierfür sind Blogs. Vorteil: Blogs sind interaktiv und fördern die Vernetzung.


Wir sind nicht allein – das schreiben die Anderen

Weitere Stimmen zur Veran­staltung finden Sie unter »Systematisch Kaffeetrinken«, »Marketingdealer«, »TH.ISING« und »Conceptbakery«. Um einen »nachträglich-echtzeitnahen« Eindruck der Veran­staltung zu bekommen schauen Sie bei #smak13 auf Twitter vorbei – es lohnt sich!


Können Sie mit meiner Check­liste etwas anfangen? Haben Sie Ergänzungen, weitere Erfahrungen und Tipps?

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Kommentar von
Michael

Ich seh mich :) ja war eine gute Veranstaltung ... aber man hat auch gesehen, dass die deutsche Wirtschaft bzw. die Vertreter dort noch ca. 6 Jahre hinter den Amis sind ... im Flymodus war da noch niemand - wird auch nie jemand kommen ... meine schwere Befürchtung ... trotzdem schön zu sehen, wie schwer man sich noch mit Social Media tut :) ist halt einfach eine Kultursache und Germany hat die Kultur oft leider nicht.

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